Abraham Vita Reggio

„Und ebendahin ging ich, seinem Willen gehorchend, und verweilte ganze fünf Jahre, schwermütig und einsam, ohne Bücher und Lehrer, von denen ich etwas hätte lernen können. 

In meiner Seele bedauere ich daher bitterlich jene Jahre, die vergeblich über mich hinweggegangen sind: vergeblich, weil ohne Studium; vergeblich, weil ohne Erwerb, […], so dass ich meinem Vater keine Unterstützung schicken konnte. Und hätte ich mich nicht ab und zu in die nahe Stadt namens Gradisca begeben, um von meinem tüchtigen und weisen Lehrer Abramo Morpurgo, meinem späteren Schwiegervater, etwas zu lernen, so wäre ich in meiner großen Trübsal beinahe zugrunde gegangen, in der Trübsal dessen, der dem Studium der Gesetze Gottes fern ist; und ich hätte noch mehr von dem vergessen, was ich früher einmal gelernt hatte.“

Bolaffio, S. 3.